Zuletzt überprüft: Mai 2026.
Kalender.digital ist ein angenehm unaufgeregter Vertreter unter den Gruppenkalendern – und einer der wenigen mit deutschem Sitz, deutscher Datenhaltung und ehrlicher Vereinsausrichtung. Wer für einen Verein einen Webseite-tauglichen Kalender mit Login-freier Bedienung sucht, hat ihn vielleicht schon im Blick. Wir zeigen, was die Lösung 2026 leistet, was sie kostet und wo sie an Grenzen stößt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Kalender.digital?
- Funktionen und Preise im Überblick
- Wo Kalender.digital gut funktioniert
- Wo Kalender.digital an Grenzen stößt
- Kalender.digital und der Datenschutz (DSGVO)
- Alternativen zu Kalender.digital
- Fazit
Was ist Kalender.digital?
Kalender.digital ist ein geteilter Web-Kalender der Kalender.digital GmbH mit Sitz in Düsseldorf, gestartet 2019. Die Idee: ein Kalender, der ohne eigene Benutzerkonten auskommt. Zugriff regelt der Anbieter per Zugangslink – mit unterschiedlichen Rollen (Administrator, Bearbeiter, Leser). Der Kalender lässt sich in eine Vereinswebsite einbetten und über iCal in andere Kalender-Apps importieren.
Der Anbieter richtet sich ausdrücklich an Vereine, Familien, Schulen und Kirchen, mit prominenten Referenzen auch im Business-Bereich. Eine internationale Schwester gibt es seit 2020 unter Calendar.online.
Funktionen und Preise im Überblick
- Plattformen: Web (Browser, alle Geräte) sowie native Apps für iOS, iPadOS, macOS und Android.
- Preise (Stand Mai 2026, pro Kalender – Änderungen vorbehalten; aktuelle Preise bei Kalender.digital prüfen):
- Basis: 0 € – bis zu 6 Unterkalender, 3 Zugangslinks, 1 Jahr Verlaufsspeicher.
- Plus: 6,90 €/Monat (oder ca. 5,52 €/Monat bei jährlicher Zahlung, 20 % Rabatt) – 20 Unterkalender, 10 Zugangslinks, E-Mail-Erinnerungen, Datei-Anhänge, eigenes Branding, 5 Jahre Verlauf.
- Premium: 14,90 €/Monat (oder ca. 11,92 €/Monat jährlich) – unbegrenzte Unterkalender, unbegrenzte Zugangslinks, SMS-Erinnerungen, API, eigenes Logo, Webseiten-Embed, unbegrenzter Verlauf.
- Nutzer pro Tarif: unbegrenzt – abgerechnet wird pro Kalender, nicht pro Mitglied.
- Funktionen: Unterkalender mit Farben, Login-freier Link-Zugriff mit Rollen, iCal Import/Export, Erinnerungen per E-Mail (Plus) und SMS (Premium), Buchungsfunktion (Calendly-artig), Webseiten-Embed (Premium), Feiertage und Schulferien DE/AT/CH, PDF- und Excel-Export.

Wo Kalender.digital gut funktioniert
Die größte Stärke ist die niedrige Einstiegshürde für Mitglieder: Wer den Link bekommt, sieht oder bearbeitet den Kalender, je nach Rolle – ohne Account, ohne App, ohne Onboarding. Für kleine Vereine, die einen Termin- und Spielplan auf ihrer Webseite veröffentlichen wollen, ohne dass alle eine App installieren, ist das die wohl bequemste Lösung am Markt.
Auch die DSGVO-Story ist solide: deutscher Anbieter, deutsche Server, anonymisierte IP-Speicherung, klare Aussage gegen Datenweitergabe an Dritte. Wer schon einmal einen AVV mit einem US-Anbieter durchgekämpft hat, weiß, wie viel das wert ist.
Die Buchungsfunktion ist ein hübsches Extra: kleine Vereine können damit Trainerstunden, Sprechstunden oder Hallenzeiten Calendly-artig anbieten, ohne ein zweites Tool kaufen zu müssen.
Wo Kalender.digital an Grenzen stößt
Kalender.digital ist – auch laut Anbieter – in erster Linie ein Kalender. Das hat Konsequenzen:
- Keine Mitgliederverwaltung im eigentlichen Sinn. Rollen hängen am Link, nicht an einer Identität. Ein Wechsel im Vorstand bedeutet meist: Links austauschen.
- Kein Gruppenchat, keine Pinnwand, keine Aufgaben. Wer mehr will als “wann findet was statt?”, braucht ein zweites Tool.
- Pro-Kalender-Preis statt Vereinslizenz. Bei mehreren Abteilungs- oder Unterkalendern auf eigenen Tarifen werden die monatlichen Kosten schnell hoch – ein einzelner Premium-Tarif für den ganzen Verein ist möglich, aber nicht in jeder Struktur sinnvoll.
- Wiederkehrende Termine sind eingeschränkt. Komplexere Regeln (“jeder letzte Samstag im Monat”) werden in Reviews bemängelt.
- Keine Push-Benachrichtigungen jenseits der Erinnerungen – wer kurzfristig kommuniziert, tut das weiterhin über WhatsApp & Co.
Kalender.digital und der Datenschutz (DSGVO)
Hier glänzt Kalender.digital. Hosting in Deutschland, deutsche GmbH als Anbieter, IP-Adressen werden nur anonymisiert gespeichert, und der Anbieter sagt klar, dass Daten nicht an Dritte verkauft werden. DSGVO-Konformität wird ausdrücklich beworben.
Ob ein standardmäßiger Auftragsverarbeitungsvertrag im Tarif inkludiert ist oder auf Anfrage bereitgestellt wird, ist auf den öffentlichen Seiten nicht eindeutig dokumentiert – aber unter den fünf Kalender-Anbietern in dieser Vergleichsreihe ist die rechtliche Lage hier die am wenigsten heikle.
Alternativen zu Kalender.digital
Wer mehr will als nur einen Kalender, schaut typischerweise auf:
- TimeTree oder GroupCal: mobile, app-zentrierte Gruppenkalender mit Chat pro Termin. Details in unseren Artikeln zu TimeTree und GroupCal.
- Vereinsspezifische Komplettlösungen, die Kalender, Kommunikation und Verwaltung in einer Plattform bündeln. Ein Überblick: Vereinsapp Vergleich.
Klubraum als Erweiterung statt Konkurrenz
Wer Kalender.digital bisher als reinen Webseite-Kalender nutzt und nun Chat, Pinnwand, Abteilungen, Aufgaben und Push-Benachrichtigungen in einer App haben möchte, sollte sich Klubraum ansehen. Klubraum bringt einen Gruppenkalender plus alles, was im Vereinsalltag drumherum passiert, in einer mobilen App und im Browser zusammen – ebenfalls auf deutschen Servern, mit AVV und einer kostenlosen Basis ohne Werbung.
Fazit
Kalender.digital ist eine ehrliche, durchdachte Lösung für Vereine, die genau einen Punkt richtig gut lösen wollen: einen Webseite-tauglichen, login-freien, DSGVO-sauberen Gruppenkalender. Die deutsche Datenhaltung und die Rollen-pro-Link-Logik sind echte Pluspunkte.
Wer aber mehr als Termine im Verein digitalisieren möchte – Kommunikation, Mitglieder, Abteilungen, Aufgaben –, wird mit einer Vereinsapp insgesamt besser fahren. Beides parallel zu nutzen ist möglich, langfristig aber selten der angenehmste Weg.